Spielplatz

„Überraschung und Verwunderung sind der Anfang des Begreifens.“ (Ortega y Gasset)

Der Spielplatz beim K3 Kongress 2019 soll Sie überraschen und Ihnen bei dieser Art des Begreifens helfen, indem er sich auf eine vernachlässigte Methode des Lernens konzentriert: das Spielen. Kommunikation zu Klimawandel, Klimakrise und Klimaschutz hat viele Aspekte, die sich nicht oder nicht für Jede oder Jeden gut in Vorträgen, Workshops oder Podiumsdiskussionen vermitteln lassen – also mit Sprechen und Zuhören und dem flüchtigen Blick auf eine Präsentationsfolie.

Auf dem Spielplatz lernen Sie Kommunikationsformen zum Mitmachen kennen: Sie übernehmen geliebte oder ungeliebte Rollen in einer Verhandlungs-Simulation; Sie finden ungenutzte Handlungsfelder auf dem Rad der Nachhaltigkeit; Sie versuchen, Ihr Handeln mit anderen zu koordinieren, die jeweils ihre eigenen Ziele haben; Sie lernen visuelles Denken und Grundbegriffe des Zeichnens kennen. An Marktständen können Sie sich als Stadtplaner, Landwirt oder allmächtiger Politiker spielerisch den Herausforderungen der globalen Erwärmung stellen.

Einige Spielplatzangebote erfordern eine vorherige Anmeldung und sind im Programm nachzulesen. Diese Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Spielplatzangebote, die durchgängig oder zu bestimmten Zeitpunkten angeboten werden und für alle Interessierten zugänglich sind. Der Spielplatz hat nicht nur während der Pausen geöffnet. Wer also bei den beliebten Spielen etwas mehr Zeit verbringen möchte, ist herzlich willkommen!

Anmeldung erforderlich

Dienstag, 24. September 2019

11:45 - 13:15

SP I: World-Climate – Verhandlungssimulation (C-Roads) Spielplatz

Vorgehen
Die Stimmung ist aufgeheizt. Fünfzig Frauen und Männer diskutieren lautstark, gestikulieren wild und verhandeln konzentriert, während sie versuchen, den Temperaturanstieg bis 2100 auf unter 2 °C zu beschränken – und dabei gleichzeitig die Interessen ihrer Länder oder Lobbygruppen zu berücksichtigen.

Thema und Ziel
Hier wird World Climate gespielt, ein simulationsbasiertes Rollenspiel der UN-Klimaverhandlungen auf Basis des preisgekrönten Klimasimulators C-ROADS, von MIT Sloan und dem amerikanischen NGO Climate Interactive entwickelt. In einer weltweit durchgeführten Studie mit 2000 Teilnehmern konnte gezeigt werden, dass bei 81% der Teilnehmenden an World Climate die Motivation zur Bekämpfung der globalen Erwärmung steigt. Der Ansatz basiert auf der durch Studien untermauerten Erkenntnis, dass das reine Zeigen von Forschungsergebnissen keine ausreichende Wirkung hat. World Climate wirkt hingegen, weil es den Menschen ermöglicht, ihre eigenen Ansichten zu äußern, ihre eigenen Vorschläge zu ergründen und so für sich selbst zu lernen.

Was man lernen kann
Sie erfahren, warum World Climate für mehr als 50.000 Menschen weltweit eine bleibende Erfahrung war und können anschließend World Climate selbst durchführen. Alle Materialien sind frei verfügbar: https://www.climateinteractive.org/programs/world-climate/ oder https://www.bne-bw.de/schule/projekte/world-climate.

Zielgruppe
Für alle, die schon immer selbst erfahren wollten, warum die internationalen Verhandlungen nicht vorankommen und gleichzeitig erleben wollten, warum World Climate viele Menschen motiviert, sich für den Klimaschutz zu engagieren.

Hinweis
Für das Debriefing wird der neue Klimasimulator En-ROADS genutzt, der auch auf dem Spielplatz vorgestellt wird.

Leitung: Prof. Dr. Florian Kapmeier (Universität Reutlingen)

16:00 - 17:30

SP II/1: Orientierung im gemeinsamen KlimaKultur-Wandel mit dem Rad der Nachhaltigkeit Spielplatz

Fragestellungen
Wie können wir im gemeinsamen Kulturwandel unserer Gesellschaft, unserer Kommune, unseres unmittelbaren Umfeldes Prozesse navigieren und dazu die Entstehungsebenen einer nachhaltigen Kultur im Blick behalten, auch wenn es stürmisch wird?

Ziele
Das ClimateCulture-Lab (CCL) setzt das Rad der Nachhaltigkeit (RdN) ein. Dies ist ein von Dr. Felix Wagner auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickeltes Orientierungstool und spielerisches Instrument, als praktisches Navigationswerkzeug zur gemeinsamen Bestandsaufnahme und zur Orientierung im KlimaKultur-Wandel vor Ort. Es hilft Klimaschutzakteur*innen dabei, sich in komplexen Prozessen, im weiten Feld des KlimaKultur-Wandels zu orientieren, gerade wenn der ganzheitliche Blick Vieler gefragt ist.

Vorgehen
Mit dem Rad der Nachhaltigkeit wollen wir erkunden, welche Dynamiken und Prozesse bei der Gestaltung nachhaltiger Kulturen von besonderer Bedeutung sind. Dabei wird das Rad der Nachhaltigkeit nicht nur vorgestellt, sondern von den Teilnehmenden auch praktisch ausprobiert. Das Modell wird als begehbares Bodenbild im Raum so ausgebreitet, dass die Teilnehmer*innen unter Anleitung die Dimensionen und die Gestaltungsbandbreite nachhaltiger und klimafreundlicher Kulturen, sowie z. B. die Verortung ihrer eigenen Fragen und Rolle darin, gemeinsam spielerisch entdecken können.

Was man lernen kann
Wo stehen wir im Kulturwandel? Welche Felder sind bislang unbesetzt? Wo stehe ich? Und welche Potenziale sehen wir bislang ungenutzt und welche Ideen haben wir, wie sie erschlossen werden könnten? Hierzu werden Beobachtungen, Fragen und Umsetzungsideen während des Dialoges körperlich – räumlich verortet und bestehende Lücken aufgedeckt.

  • Überblick
  • Orientierung und Ausrichtung der Gruppe
  • Neue systemische Lösungsansätze und Generierung von Umsetzungsideen

Zielgruppen
Kongressbesucher*innen, die sich für die unterschiedlichen Kultur-Dimensionen zur Entwicklung nachhaltiger Gemeinschaften und Gesellschaften interessieren

Leitung: Andrea Steckert (Pestel Institut, Hannover); Dr. Felix Wagner (Karlsruher Transformationszentrum für nachhaltige Zukünfte und Kulturwandel)

SP II/2: Klimawandel zeichnend erklären Spielplatz

Visual Thinking ist eine gute Methode, das vielschichtige Thema Klimawandel zu vermitteln: Unterschiedlichste Faktoren in Gesellschaft und Umwelt spielen hier zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Um andere zu einer Handlungsänderung zu bewegen, müssen wir diese Zusammenhänge verständlich machen, gleichzeitig die persönliche Relevanz herausarbeiten und emotional berühren. Visual Thinking hilft uns dabei! Wer ein visuelles Narrativ Stück für Stück aufbauen kann, während er die Geschichte dazu erzählt, dem ist die Aufmerksamkeit der Zuschauer sicher. Sie können leichter folgen und werden sich auch später besser an das Erzählte erinnern. Im Dialog helfen Visualisierungen, einander besser zu verstehen. Aber wie sollen Sie Ihre Kommunikation mit Zeichnungen unterstützen, wenn sie gar nicht zeichnen können?! Keine Sorge – Sie müssen keinE KünstlerIn sein, um visuell zu kommunizieren!

Dieser Zeichencrashkurs bietet einen Einstieg in die Methode „Visual Thinking“: In kurzen Einheiten lernen Sie visuelle Tricks und Kniffe kennen, die Sie im Arbeitsalltag sofort einsetzen können. Ich verspreche Ihnen, jeder kann es lernen! Schritt für Schritt zeichnen wir einfache Symbole für die Klimakommunikation. Die TeilnehmerInnen lernen außerdem, wie sie ihre Zeichnungen übersichtlich und lesbar gestalten. Greifen Sie zum Stift und machen Sie Ihre Klimakommunikation verständlich und greifbar! Das Angebot richtet sich an alle, die visuelle Sprache für Ihre Klimakommunikation nutzen möchten. „Visual Thinking“ eignet sich besonders für Live-Vorträge und die Arbeit in Kleingruppen.

Leitung: Marie-Pascale Gafinen (Illustratorin für visuelle Nachhaltikeitskommunikation)

Mittwoch, 25. September 2019

11:45 - 13:15

SP III: Systems Thinking Playbook Spielplatz

„Wenn ich etwas höre, vergesse ich es. Wenn ich etwas sehe, erinnere ich mich. Wenn ich etwas tue, verstehe ich.“ Dieser Dreiklang stammt aus der Einleitung zum Systems Thinking Playbook, an dem Dennis Meadows („Die Grenzen des Wachstums“) und zwei Kolleg*innen schon in den 1990er-Jahren gearbeitet haben. Es enthält in seiner aktuellen Fassung 22 Spiele, die die Dynamik des Klimawandels und die Hindernisse im Kampf dagegen exemplarisch erlebbar machen: die Macht der Gewohnheiten, unbewusste Automatismen, Unsicherheit oder irreführende Bedeutungsrahmen zum Beispiel. Manche dauern nur eine Minute und können in einem Auditorium mit hunderten Zuschauern gespielt werden. Andere sind 30 Minuten lang und haben acht Mitspieler. Wir wollen drei dieser Spiele zusammen ausprobieren, in denen es jeweils um Ziele von Gruppen geht, die sich nicht unbedingt mit den Zielen der einzelnen Gruppenmitglieder decken müssen, und um Regeln, die dem Ziel dienen oder auch nicht.

Zielgruppe
Geeignet für alle, die Spaß am Wechsel der Perspektive haben und vielleicht dabei ein Werkzeug kennenlernen wollen, mit dem sie selbst bei künftigen Veranstaltungen Gruppen von Teilnehmern auf andere Arten des Wissenserwerbs lenken können.

Leitung: Christopher Schrader (Wissenschaftsjournalist); t.b.a.

Durchgehende Angebote

LandPakt Spielplatz

Vermeidung von Treibhausgasen aus der Landwirtschaft: dies ist eine aktuelle Aufgabe, die auf Maßnahmen auf der verfahrens- und betrieblichen Ebene angewiesen ist. Organische Standorte wiedervernässen? Ackerböden als Kohlenstoffspeicher optimieren? Futterrationen ändern? Viele Möglichkeiten wurden mittlerweile wissenschaftlich intensiv untersucht. Nichtsdestotrotz, bleibt  der Transfer solcher Erkenntnissen in die Praxis immer eine Herausforderung. Auch in der breiten Öffentlichkeit gehen die Meinungen über den Einfluss der Landwirtschaft auseinander.

Spielablauf
Sie möchten als Landwirt die Treibhausgasemissionen ihres Betriebes verringern. Dazu haben Sie einen bestimmten Geldbetrag zur Verfügung und können sich für eine begrenzte Anzahl an Maßnahmenkarten aus einem Katalog (z.B. Technik im Pflanzenbau, Änderungen in der Betriebsführung, Tierhaltung) entscheiden. Die Maßnahmen reduzieren in unterschiedlichem Umfang die Emission der Klimagase Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Nach der Auswahl wird die Gesamtklimawirksamkeit ermittelt. Wer die größte Minderung erreicht, gewinnt. Ein Moderator begleitet Sie auf Wunsch bei der Maßnahmenauswahl, steht für Fragen und eine Auswertungsdiskussion zur Verfügung.

Zielgruppe
Altersübergreifend, auch ohne Vorkenntnisse im Bereich Landwirtschaft/Klimaschutz spielbar; Spieler mit gleichem Vorinteresse innerhalb einer Spielerunde hilfreich.

Fokus
Mit diesem Spiel sollen sowohl der breiten als auch der Fachöffentlichkeit ein Strauss möglicher Maßnahmen präsentiert sowie die Verknüpfungen zwischen ihnen angerissen werden.

Spieldauer: ca. 20 Minuten

Falls wenig Vorkenntnisse vorhanden sind, können anhand eines Übersichtsposters die wichtigsten Informationen zu Klimagasen und Landwirtschaft vorab vermittelt werden. Beim Spielende wird generelles Verständnis für die Komplexität des Themas geweckt, bzw. Detailwissen vertieft. Eigene Handlungsoptionen werden aufgezeigt, generelle Zusammenhänge können mit dem Moderator diskutiert werden.

Leitung: Dr. Anja Hansen (Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie)

StadtKlimaArchitekt Spielplatz

In 3 Minuten verstehen, wie das Klima in Städten funktioniert

Mit dem klassischen Drag-and-Drop-Game werden User zu Architekt/Innen der eigenen Stadt. Während des Bauens gibt es sofort Feedback, wie sich das Stadtklima verändert. Spieler müssen versuchen, zwischen Bedürfnissen wie Wohnen und Arbeiten sowie dem Stadtklima eine Balance zu finden – und dabei auch unpopuläre Entscheidungen treffen: So sind gemütliche Einfamilienhäuser in „Europolis“ zwar beliebt, aber nicht automatisch klimafreundlich. Im heißen „La Americana“ fehlen Grünanlagen, um die Stadt zu kühlen, und „AsiaTown“ wird zubetoniert, weil immer mehr Menschen immer mehr Wohnraum benötigen. Einfache Lösungen? Gibt es nicht – wie im echten Leben.

Eine Idee aus der Öffentlichkeitsarbeit, spielerisch umgesetzt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Stadtklimaforschung der Universität Hamburg, mit engagierten Grafikern und geduldigen Programmierer/Innen. Spielbar allein oder mit Mehreren am MultitouchTisch, in deutscher und englischer Sprache. 2016 auf der Shortlist des „Games for Change Festival“ in New York für das beste Klima-Spiel – auch wenn am Ende doch die professionelle Entwickler-Konkurrenz den Preis abräumte.

Das Spiel zeigt, wie wichtig Stadtplanung im Zusammenhang mit urbanem Klima ist, denn Städte können die Auswirkungen des Klimawandels verstärken oder mindern. User lernen spielerisch zentrale Mechanismen im Zusammenhang mit Mobilität, Verdichtung, Erwärmung und Wassermanagement kennen.

Zielgruppe

Klima-Interessierte von 8 bis 80 Jahre.

Leitung: Ute Kreis; Stephanie Janssen (Universität Hamburg, Exzellenzcluster für Klimaforschung CLICCS)

En-ROADS Spielplatz

En-ROADS, von MIT Sloan und dem amerikanischen NGO Climate Interactive entwickelt, ist ein interaktives Modell zur Klima-, Energie und Landnutzungspolitik, das in bestverfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse eingebettet ist. Benutzer können sich selbst über die Dynamik des komplexen Systems informieren, indem sie mit dem Verstellen verschiedener Stellhebel unterschiedliche Szenarien im Handumdrehen erstellen können.

Hintergrund
Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel und das Pariser Abkommen fordern einen raschen Übergang zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft. Das Pariser Abkommen bietet hierzu jedoch keine solche Orientierung. Oftmals sind falsche Vorstellungen über Zusammenhänge des Klimasystems üblich. Daher besteht ein Bedarf an Instrumenten, die es Entscheidungsträgern ermöglicht, die Dynamik der Energiewende und Transformation der Gesellschaft so zu lernen, dass eine effektive Entscheidungsfindung unterstützt wird.

Vorgehen
Nutzerinnen und Nutzer testen verschiedene Entscheidungsregeln des Klima-, Energie- und Landnutzungssystems auf ihre Effektivität zur Begrenzung der globalen Erwärmung und erhalten umgehend Rückmeldung zu den erwarteten Ergebnissen ihrer Vorschläge auf das Klima.

Was man lernen kann
En-ROADS ermöglicht Nutzerinnen und Nutzern, ihr Wissen über wichtige Energie-, Landnutzungs- und Klimadynamiken als Mittel für eine effektive Entscheidungsfindung zu verbessern und so für sich selbst zu lernen. Sie erkennen, warum es keinen Königsweg gibt, sondern der ganze Instrumentenkasten von Politiken geöffnet werden muss, um die Pariser Ziele zu erreichen. Sie lernen außerdem, wie sie En-ROADS in ihrem Umfeld einsetzen können. Eine Nutzerin: „En-ROADS hat uns geholfen, das Ego in strategischen Gesprächen nach hinten zu stellen. En-ROADS hat uns erlaubt, die Vernetzung aller Lösungen zu sehen. Wir können konstruktiv zusammenarbeiten und schauen nicht mehr isoliert auf Probleme und Lösungen.“

En-ROADS kann hier heruntergeladen werden: https://www.climateinteractive.org/tools/en-roads/

Zielgruppe
Für alle, die bestimmte „Lieblings“-Stellhebel haben, mit denen Sie den Klimawandel bekämpfen wollen: Testen Sie die Wirkung am wissenschaftlich geprüften Klimasimulator En-ROADS und stellen Sie Ihr eigenes Szenario zusammen, um die globale Erwärmung auf 2 °C zu begrenzen (oder sogar 1.5 °C zu erreichen!).

Leitung: Prof. Dr. Florian Kapmeier (Universität Reutlingen)

Experimente mit einer selbst gebauten Wolkenkammer * Spielplatz

Der Einfluss von Aerosolen auf Wolken und Klima

Neben den Treibhausgasen sind Aerosole – fein verteilte Schwebteilchen in der Atmosphäre – der wichtigste menschgemachte Treiber des Klimawandels. Besonders wichtig ist dabei ihre Fähigkeit Wolken und Niederschlagsbildung zu beeinflussen. Wie schaffen es diese Spurenstoffe, eine derart große Wirkung zu erzielen? Der Einfluss von Aerosolen auf Wolken und Klima soll mit einem einfachen Experiment erlebbar gemacht werden. Das Experiment kann in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen selbst nachgebaut werden. Anregungen für eigene Experimente werden gegeben. Selbst gebaute Wolkenkammern laden die Besucher zum eigenen Experimentieren ein. Verschiedene Aerosol- Generatoren sind vorhanden. Auf Postern wird der Selbstbau der Kammern erläutert und es werden Vorschläge für eigene Experimente vorgestellt.

Was man lernen kann
Wovon hängt die kühlende und wärmende Wirkung von Wolken im Klimageschehen ab. Welchen Einfluss haben Aerosole. Sind alle Aerosole gleich wirksam? Wie viele Aerosolteilchen enthält die Luft in unterschiedlichen Situationen?

Zielgruppen
Multiplikator*innen, Lehrer*innen die die Klimawirksamkeit von Aerosolen und Wolken vermitteln wollen. Kongressbesucher*innen, die sich für die Rolle von Aerosolen und Wolken im Klimageschehen interessieren und diese „eigenhändig“ begreifen wollen.

Leitung: Prof. Dr. Thomas Leisner (KIT, Zentrum Klima und Umwelt); Michael Gauß (KIT, Zentrum für Mediales Lernen)

Klima-Diskussionstische Spielplatz

Das Klima wandelt sich dynamisch und rasant. Höchste Zeit also sich intensiv über die Ursachen und Folgen, Fragen und Antworten sowie Fakten und „fakes“ zu unterhalten. Natürlich wird bereits weltweit viel auf den verschiedensten Ebenen kommuniziert. Zum einen gibt es die internationale Klimapolitik, die sich auf Weltklimakonferenzen trifft. Zum anderen sind wir alle in irgendeiner Form von den Veränderungen unserer Umwelt betroffen und reden darüber mit Bekannten. Warum also nicht auch bei einer Tasse Kaffee über das Klimathema reden, das eigene Wissen vertiefen oder Antworten und Meinungen über Fragen zum Klimawandel austauschen? Genau das ist die Idee der Klima-Diskussionstische: Hier werden Sie vorformulierte Fragen finden, die Sie direkt und mittels der bereitgestellten Stifte beantworten, ergänzen oder auch kritisch hinterfragen können. Die Klima-Diskussionstische sollen aufzeichnen, was wir bereits über den Klimawandel wissen und was wir gerne genauer wissen möchten und sind damit eine wertvolle Informationsgrundlage für Wissenschaft und Praxis.

Leitung: Dr. Hans Schipper (KIT, Süddeutsches Klimabüro)

Krabben-Faltmarathon – Finden Sie Ihre Kernbotschaft Spielplatz

Der Ozean des Wissens

In der Kommunikation zu Klimawandel, Klimakrise und Klimaschutz ist es wichtig eine leicht auf die Zielgruppe identifizierbare Kernbotschaft zu finden. Diese ist maximal drei Sätze lang und sollte im Idealfall so verständlich formuliert, dass das Publikum den Inhalt später mit eigenen Worten und inhaltlich korrekt an Dritte weitergeben kann. Experten zur Klimakrise kennen sich bestens in ihrem Spezialgebiet aus. Sie verfügen über Detailwissen zum Klimawandel und können bis in die Tiefe des Ozeans an Wissen tauchen, während sich Nicht-Spezialistinnen nur oberflächlich auskennen. In der Kommunikation zum Klimaschutz mit Nicht-Spezialisten ist es deshalb wichtig, diese nicht mit dem gesamten „Ozean des Wissens“ zu überschütten. Sie müssen sich thematisch einschränken. Wir sprechen hier auch vom Expertendilemma. Denn die Fachleute müssen entscheiden, welche Inhalte und Details für die jeweilige Zielgruppe konkret von Interesse sind.

Angebot
Finden Sie Ihre Kernbotschaft zu Ihrem Spezialgebiet! Schreiben Sie diese mit Ihrem Namen und E-Mail-Adresse auf ein rotes Blatt Papier und falten daraus eine Krabbe – mit viel Glück werden Sie aus dem „Ozean des Wissens“ als Gewinner oder Gewinnerin gezogen. Aber warum eigentlich eine Krabbe und für was steht sie? Das und vieles mehr erfahren Sie am Stand des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation gGmbH (NaWik).

Leitung: Sandra Helber; Julia Wicky (Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation)

Sonalight – Licht für die ländlichen Regionen Indiens * Spielplatz

Stromausfall – kein Strom – kein Licht – nur Dunkelheit – Was würden Sie tun?

Diese Situation gehört für 300 Millionen Inder zum Alltag. Die einzige Möglichkeit, auf die Sie zurückgreifen können, sind Kerosinlampen – eine offene Flamme, die ungefiltert schädliche Abgase ausstößt, eine Brandgefahr darstellt und deren spärliches Licht kaum ausreicht, um den nötigsten Dingen nachzugehen und sich sicher in der Dunkelheit bewegen zu können. Doch es mangelt an Alternativen. Unser Projekt Sonalight von der studentischen Hochschulgruppe Enactus KIT e.V. bietet nun eine Alternative – sicher, funktional, grün und nachhaltig! Akkubetriebe LED-Lampen die an einem zentralen Solarkiosk im Dorf aufgeladen werden können und so durch Solarenergie die Häuser der Dorfbewohner erleuchten können. Erleben Sie durch die Dunkelkammer an unserem Stand den Unterschied zwischen der Leuchtkraft von Kerosin- zu LED-Lampe, testen Sie ihr eigenes Wissen zu diesem Thema bei unserem spannenden Quiz und erfahren Sie mehr über unseren Verein und das Projekt. Wir freuen uns auf Sie!

Leitung: Hochschulgruppe Enactus KIT (vertreten durch Carsten Derksen und Silvan Stebner)

UR Climate Inspector Spielplatz

– lokale Anpassungsoptionen am Oberrhein

Welche Klimaveränderungen erwarten uns am Oberrhein (UR = Upper Rhine) in den nächsten Jahrzehnten und wie können Handlungs- und Anpassungsoptionen aussehen? Der Climate Inspector verknüpft anhand von interaktiven Karten die Klimaprojektionen von einzelnen Klimaparametern regional mit Maßnahmen für eine zielgruppengerechte Anpassung an den Klimawandel. Das Konzept wurde in dem INTERREG Oberrhein Projekt, Clim‘ability (http://www.clim-ability.eu/) entwickelt, um ursprünglich Unternehmen für die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels am Standort zu sensibilisieren und eine erste Selbsteinschätzung für mögliche Anpassungsoptionen zu ermöglichen. Über die interaktiven Karten wird ein niederschwelliger Einstieg in das Thema Klimawandel und zukünftige Klimaveränderungen geschaffen. Durch die Regionalität der Abfrage soll beim Betrachter eine direkte Betroffenheit erzeugt werden, die mit konkreten Handlungsoptionen begleitet wird.

Zielgruppen: nicht nur Unternehmen, sondern auch interessierte Leute, die wissen wollen, welche Klimaveränderungen in der Region zu erwarten sind.

Leitung: Dr. Stefan Jergentz (Universität Koblenz-Landau, Institut für Umweltwissenschaften); Nicolas Scholze (Universität Freiburg, Physische Geographie)

Sonne trifft Dach & Popcorn aus Muskelkraft Spielplatz

Online-Tool “Solarkataster”

Ist Ihr Dach für eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung oder eine Solarwärme-Anlage geeignet? Über unsere Internetplattform erfahren Hausbesitzer mit wenigen Klicks mehr über ihr Dach. Die Internetplattform www.sonne-trifft-dach.de zeigt die Stadt Karlsruhe aus der Vogelperspektive und informiert Hausbesitzer mit wenigen Klicks darüber, ob ihr Dach für die Installation einer Solarstromanlage geeignet ist. Die Berechnung des Solarenergiepotenzials auf der Grundlage von hochaufgelösten Laserscannerdaten berücksichtigt wesentliche Standortfaktoren wie Dachneigung, Dachausrichtung, Verschattung und Dachflächengröße. Ein Kataster mit Mehrwert: Der integrierte Wirtschaftlichkeitsrechner gibt zudem einen Überblick über die Mengen an Strom, die selbst verbraucht und eingespeist werden, die Installationskosten sowie die Einspeisevergütung und den daraus resultierenden Gewinn für den Eigentümer. Interessierte können spielerisch die Funktionsweise des Katasters testen und mehr über Hintergründe, Nutzen, Möglichkeiten und Grenzen des Tools erfahren.

3 in 1: Ökotrainer, Fahrrad und Popcornmaschine

Mit dem Energiefahrrad können abstrakte Begriffe wie Energieerzeugung und Kilowattstunde erlebbar gemacht werden und Kinder lernen, wie anstrengend es ist, Strom durch Muskelkraft für eine Lampe oder ein Handy zu erzeugen. Warum nicht statt Licht auch mal fluffig-hüpfendes Popcorn aus harten Maiskörnern erzeugen? Die Idee für das „Popcorn-Fahrrad“ entstand in einer Kaffeepause – und wurde von zwei KEK-Kollegen kurzerhand eigenständig umgesetzt. Seither ist die Konstruktion aus Ökotrainer, Fahrrad und Popcornmaschine ein Eyecatcher an Infoständen und regt zu Fragestellungen rund ums Thema Energie an. Auf dem K3 Spielplatz können Popcornfans ihre Portion für die kleine Stärkung zwischendurch selbst „erstrampeln“. Guten Appetit!

Leitung: Maria Gagliardi; Birgit Groh; Hannah Rapp (KEK – Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur)

Students.Building.Chances * Spielplatz

Die Folgen des Klimawandels in Ländern des globalen Südens und wie wir ihnen begegnen können

Die Folgen des Klimawandels sind besonders in Ländern des globalen Südens bereits heute deutlich spürbar. Auch in den Projektorten von Engineers Without Borders Karlsruhe ist das der Fall. Das Projekt Beaumont in Haiti gibt Kindern im katastrophengeplagten Haiti durch den Bau eines Waisenhauses samt Schule eine Perspektive, ihr Leben selbstständig zu gestalten. In der DR Kongo soll beim Projekt Hydroélectricité Idjwi mit dem Ausbau eines Wasserkraftwerkes die lokale Wirtschaft gestärkt und die Abhängigkeit von Dieselgeneratoren gesenkt werden.

Leitung: Engineers Without Borders – Karlsruhe Institute of Technology e. V. (vertreten durch Marko Hecht und Yannick Frisch)

 

* nur am 24.09.