Workshop: Eigentlich bin ich umweltfreundlich…

Der arme Eisbär auf der immer kleiner werdenden Eisscholle – dieses oder ähnliche Symbolbilder gelten als beliebtes Hilfsmittel, um die Konsequenzen des Klimawandels anzusprechen. So setzen Plakate und Schlagzeilen häufig auf bedrohliche Gefahren: „Wenn du nicht endlich klimabewusst lebst, dann wirst du die Welt zerstören.“ Mit solchen Aussagen und Botschaften möchten sie der Gesellschaft zeigen, welche negativen Auswirkungen ihr Handeln mit sich bringt. Doch ist diese Methode wirklich gewinnbringend?

Nein, sagt Isabella Uhl-Hädicke von der Universität Salzburg. Eine drohende Kommunikation bewirkt sogar bei vielen Menschen das Gegenteil: Sie haben das Gefühl, dass sie die Kontrolle über ihre Weltanschauung verlieren und leiden an einem Ohnmachtsgefühl. Ebenso wirkt die bedrohliche Zukunftsdarstellung für einige realitätsfern, sodass sie zur Thematik keinen Bezug entwickeln.

„Was wirklich nützt sind positive Emotionen“, sagt Uhl-Hädicke. Freude bringt Motivation und Interesse. Die Menschen werden dadurch kreativer und offener. Um dieses positive Gefühl hervorzubringen, gibt Uhl-Hädicke sechs Tipps:

  • Vorsicht mit bedrohlichen Klimawandelinformationen! Diese lösen ein Ohnmachtsgefühl aus und führen zu unerwünschten Nebenwirkungen
  • Selbstwirksamkeit stärken und so konkrete Handlungen aufzeigen
  • Klimawandel greifbar machen und Bezug zur Lebensrealität herstellen
  • Positive Geschichten erzählen und Chancen aufzeigen
  • Soziale Normen kommunizieren, wenn sie das gewünschte Verhalten unterstützen
  • Alternative Trendprognosen

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